In Berlin und (H)alle dabei – Von Gras und Gräsern

Die Gartensaison ist wieder im vollen Gange. Beete werden gepflegt, Gartenzwerge aufgestellt, der Sonnenschirm auf seine Funktionsfähigkeit geprüft und die Hängematte aufgespannt. Das liebe Grün ist wieder da und erfreut jeden Menschen. Auch Tiere freuen sich über das saftige Grün. Denn für Wiederkäuer, also Pferde oder Kühe, zählt es zu den Hauptnahrungsmitteln. Auch kleine Nager, wie Meerschweinchen oder Kaninchen, fressen es gern. Katzen und Hunde brauchen es, um den Magen zu reinigen.

Beim Gras unterscheiden die Botanikerinnen und Botaniker zwischen Süß- und Sauergräsern. Zu den Süßgräsern zählen Ziergräser und Nutzpflanzen wie Getreide; zum Beispiel Schilf, Bambus, Roggen, Hafer und Mais. Sauergräser sind hingegen eher krautig. Das kleinste Gras der Welt ist das sogenannte Zwerggras, das nur zwei bis drei Zentimeter hoch wird. Seinen Goliath findet das Zwerggras im Riesenbambus, der bis zu 40 Meter Höhe erreichen kann.

Gras wächst überall. Man kann es wachsen hören oder ihm beim Wachsen zusehen, hineinbeißen, es über etwas wachsen lassen und rauchen. Ein Gräslein sorgt dabei für ziemlich viel Diskussion.

Hanf gehört zu den Urticales. Das sind die Bäume, Sträucher und krautigen Kletterpflanzen. Hanf ist sehr eng mit dem Hopfen verwandt, den wir für die Herstellung von Bier benötigen. In der Hanfpflanze stecken Stoffe, die eine psychoaktive Wirkung haben – also berauschen. Die Hanfsamen sind essbar. Es lässt sich außerdem aus ihnen Öl gewinnen, wobei die dabei anfallenden Samenreste als Viehfutter weiter verwertet werden. Aus den Blättern der Pflanze gewinnt man ätherische Öle, die dann zum Beispiel in Waschmitteln verwendet werden. Und bestimmt kennt die eine oder der andere Hanf aus der Textil- und Papierherstellung. Die Fasern der Hanfpflanze eignen sich auch als Dämmstoff im Gebäudebau. Diese Pflanze ist also äußerst vielseitig einsetzbar.

Aufgrund der im Hanf vorkommenden Cannabinoide, also diese psychoaktiven Stoffe, findet Hanf auch in der Medizin als Schmerz- und Beruhigungsmittel Anwendung. Auch der Reformator Martin Luther griff auf das Cannabis-Pflänzchen zurück. Kein Wunder, denn hast du Haschisch in den Taschen, hast du immer was … gegen Übelkeit, Atembeschwerden, Schmerzen und Depressionen. Außerdem lindert es Allergien und Darmreizungen und wirkt entzündungshemmend.

Es gibt sehr viele Diskussionen um die Cannabis-Pflanze, die über lange Zeit als Einstiegsdroge verschrien worden ist. Schwer kranke Menschen können seit kurzem Cannabis auf Rezept verschrieben bekommen. Andernorts wird noch darüber debattiert, ob eine kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene möglich gemacht werden könnte, um dem Schwarzmarkthandel besser entgegenwirken zu können. Auch Frank Tempel, drogenpolitischer Sprecher der LINKEN Bundestagsfraktion, fordert eine Entkriminalisierung von Konsumentinnen und Konsumenten. Aus seiner Zeit als stellvertretender Leiter einer Rauschgiftbekämpfungsgruppe weiß er, wie kontraproduktiv eine Kriminalisierung ist. Wenn der Besitz von Cannabis illegal ist, wird die organisierte Kriminalität weiterhin davon profitieren können. Denn Konsumentinnen und Konsumenten wären gezwungen Schwarzmarktware zu kaufen, was die Gefahren durch Drogenkonsum erhöht. Eine Legalisierung lässt eine Kontrollierbarkeit zu.

Drogen wirken gesundheitsgefährdend, egal ob sie illegal oder legal sind. Alkohol und Nikotin sind als legale Drogen permanent zugänglich und so potenziell gefährlicher als illegale Drogen. Sie werden in unserer Gesellschaft verharmlost, sind relativ preiswert überall zu bekommen und verlocken dadurch gerade zu übermäßigen Konsumverhaltens. Dem Drogenkonsum muss entgegengewirkt werden. Das sieht auch DIE LINKE. im Bundestag so. Aber durch Verbote wird dies nicht gelingen. Drogenpolitik muss präventiv, also vorsorglich sein, damit ein eigenverantwortliches Drogenverhalten gewährleistet werden kann. In Fällen von Suchterkrankungen braucht es schnelle, leicht zugängliche und niedrigschwellige Hilfe in Form von Beratungsstellen und Therapiezentren. Sucht erkrankte Menschen sind nicht kriminell, sondern krank und benötigen dementsprechende Unterstützung. Darüber hinaus will DIE LINKE. im Bundestag die weitere Forschung an Cannabis als therapeutisches Mittel in der Medizin unterstützen. Nicht Verbote und Strafen schützen vor Drogenmissbrauch und seinen Folgen, sondern Prävention und Aufklärung.